Fruchtbare Tage ermitteln: 5 empfehlenswerte Methoden

Wer einen Kinderwunsch hat, möchte natürlich dringend wissen, wann die fruchtbaren Tage im Monatszyklus sind. Auch für Frauen, die gerade kein Kind wollen, kann es sinnvoll sein, diese Tage zu kennen, um dann gezielt zu verhüten. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, mit denen Frauen herausfinden können, wann sie am fruchtbarsten sind. Vor allem in Kombination ergeben sich sehr genaue Ergebnisse, die es leichter machen, schwanger zu werden. Wir stellen deshalb die gängigsten und sichersten Wege vor.

1. Einen Eisprungrechner oder eine Zyklus-App nutzen

Für diese Methode braucht es nicht viel. Die betreffende Frau muss lediglich ihre durchschnittliche Zykluslänge und den ersten Tag ihrer letzten Periode kennen. Dann kann sie mit einem Kalender oder einem Rechner aus dem Internet ausrechnen, wann ihr Eisprung ungefähr stattfindet. Dabei legen diese Berechnungen folgende Annahme zugrunde:

Der Eisprung findet ungefähr 14 Tage vor dem Einsetzen der nächsten Monatsblutung statt. Bei einer Zykluslänge von 28 Tagen liegt der Eisprung im Durchschnitt also am 14. Tag des Zyklus. Diese Daten beruhen auf Berechnungen und Durchschnittswerten. Eine Frau ist allerdings an mehreren Tagen fruchtbar. Bereits etwa fünf Tage vor dem Eisprung beginnt die fruchtbare Phase, da Spermien im weiblichen Körper bis zu fünf Tage überleben können. Nach dem Eisprung ist die Eizelle nur maximal 24 Stunden befruchtungsfähig. Das heißt: Die fruchtbare Phase einer Frau dauert bis zu einer Woche.

Wer also seinen Eisprung mit einem Kalender oder einer entsprechenden Zyklus-App berechnet hat, kann ab fünf Tagen vor dem Termin regelmäßig Verkehr haben. Dabei gilt es, für etwa eine Woche alle ein bis zwei Tage Verkehr zu haben, um den Termin des Eisprungs zu erwischen.

2. Auf die körpereigenen Symptome hören

Jeder Körper ist unterschiedlich. Für diese Methode muss eine Frau ihren eigenen Körper also relativ gut kennen und sich intensiv mit ihm beschäftigen. So lernt sie, welche Symptome sie während des Eisprungs hat. Anhand dieser Symptome weiß sie dann, dass sie gerade ihren Eisprung hat, und kann gezielt Verkehr haben, um schwanger zu werden. Es gibt dabei zahlreiche Symptome für den Eisprung und nicht alle treten bei jeder Frau in jedem Zyklus auf. Es gilt also, den eigenen Körper kennenzulernen und die individuellen Symptome auszumachen. Folgende Symptome sind unter anderem möglich:

  • Mittelschmerz
  • kurze Blutung, sogenannte Ovulationsblutung
  • spannende Brüste
  • erhöhte Lust auf Sex
  • optimistische Grundstimmung

Die einzelnen Symptome sind unter anderem auf den veränderten Hormonspiegel zurückzuführen. Dieser soll – evolutionsbiologisch betrachtet – dafür sorgen, dass eine Schwangerschaft bald eintritt und die Frau in Kürze ein Baby in den Armen halten darf.

Mit den einzelnen Schritten der symptothermalen Methode geht der Traum vom eigenen Kind sicher bald in Erfüllung.

3. Die symptothermale Methode

Auch diese Methode berücksichtigt die individuellen Eisprung-Symptome. Hinzu kommt eine genaue Beobachtung des Körpers. Dafür berücksichtigt die Frau verschiedene Dinge. Zum einen misst sie jeden Morgen die körperliche Basaltemperatur. Dabei wird täglich die entsprechende Temperatur entweder in einem Zyklusblatt oder direkt in einer Zyklus-App notiert. Wichtig ist, dass wirklich ausnahmslos jeden Tag gemessen wird. Mit ein wenig Routine ist die Temperatur-Messung automatisch das Erste, was eine Frau nach dem Aufwachen tut. Bei der Wahl des Thermometers ist darauf zu achten, eines mit zwei Nachkommastellen zu wählen. So wird die Messung genauer. Denn nach dem Eisprung steigt die Temperatur um mindestens zwei Zehntel Grad Celsius an. Sie bleibt dann bis zur Periode so hoch und fällt dann wieder ab.

Hinzu kommt die Beobachtung des Zervixschleims. Diesen Schleim sondert der Gebärmutterhals während des gesamten Zyklus ab. Die Konsistenz und Farbe verändern sich im Verlauf des Zyklus. Zu Beginn des Zyklus ist der Schleim milchig-trüb und eher klebrig. Im Verlauf wird er klarer und flüssiger bis spinnbar. Dafür nimmt die Frau etwas Schleim zwischen zwei Finger und versucht, ihn auseinanderzuziehen. Pünktlich zum Eisprung verändert sich die Beschaffenheit wieder und der Zervixschleim wird wieder zäh und trüb.

Der dritte Bereich der symptothermalen Methode ist der Muttermund. Hier kann eine Frau ertasten, wie fest oder weich sich der Muttermund im Verlauf des Zyklus anfühlt. Ist er kurz nach der Blutung eher fest und verschlossen, wird er in den folgenden Tagen immer weicher und öffnet sich leicht. Das erleichtert den Spermien das Eindringen in die Gebärmutter. Wenn der Muttermund besonders weich ist und sehr hoch sitzt, sind die fruchtbaren Tage erreicht. Ist die fruchtbare Phase beendet, wird der Muttermund schnell wieder hart und fest. Wichtig: Auch die Beobachtung des Schleims und des Muttermunds muss täglich stattfinden, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

4. Ovulationstests aus der Apotheke

Auch der Urin kann Aufschluss darüber geben, ob eine Frau ihren Eisprung hat oder nicht. Denn kurz vor dem Eisprung steigt das Hormon LH im Urin an. Es gibt spezielle LH-Teststreifen, die die Konzentration dieses Hormons im Urin messen. Sie werden genauso angewandt wie Schwangerschaftstests. Wichtig ist, die Messung an mehreren, aufeinander folgenden Tagen durchzuführen. Außerdem sollte immer zur selben Uhrzeit und möglichst nicht mit Morgenurin gemessen werden. Ist der LH-Test positiv, kann die Frau den Eisprung innerhalb der nächsten 24 bis 36 Stunden erwarten.

Damit ein Ovulationstest aus der Apotheke zuverlässig ist, muss die Frau ihren Zyklus gut kennen, um früh genug mit dem Testen beginnen zu können. Es gibt mittlerweile auch digitale Ovulationstests oder Hormoncomputer, mit denen nicht nur das luteinisierende Hormon (LH), sondern auch der Östrogenwert im Urin gemessen wird.

Ein Ultraschall kann schon vor Beginn der Schwangerschaft sinnvoll sein, um das Follikelwachstum zu überwachen.

5. Ultraschalluntersuchungen bei der Gynäkologin

Die sicherste Methode, um herauszufinden, wann der Eisprung stattfindet, ist der Besuch beim Arzt. Vor allem Frauen, die schon länger versuchen, ein Kind zu bekommen, können sich bei ihrer Gynäkologin durchchecken lassen und so herausfinden, ob es irgendwelche Probleme im Bereich der Fruchtbarkeit gibt. Dafür kommt die Frau ab dem ersten Tag der Monatsblutung regelmäßig in die Praxis und wird untersucht. Bei einem vaginalen Ultraschall kann die Ärztin das Wachstum der Eizellen überprüfen und den Eisprung bis auf wenige Tage vorhersagen. Dann muss die Frau gezielt Geschlechtsverkehr haben, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu maximieren.

Tipp: Wer bereits Kinder hat, kann diese natürlich mit zu den Untersuchungen nehmen. Bereits mit drei Jahren haben die Kinder Spaß an Rollenspielen und können so lernen, was bei einem Arzt alles passieren kann.

Bildernachweis

Abb. 1: Pixabay.com © Marjonhorn (CC0 Creative Commons)

Abb. 2: Pixabay.com © StockSnap (CC0 Creative Commons)

Abb. 3: Pixabay.com © MedicalPrudens (CC0 Creative Commons)

Artikel zuletzt aktualisiert: 11.03.22
Elternstube.de